Nirgends verliefen die Frontlinien des Kalten Krieges sichtbarer als im Sport. Ein Wechselspiel aus Konfrontation und Annäherung prägte den deutschen Fußball nach 1945. Die anfänglichen Bemühungen um eine Wiedervereinigung mündeten – spätestens nach den Staatsgründungen 1949 – in einen Systemwettstreit um die Anerkennung beider deutscher Staaten im internationalen Sportbetrieb. Aus den frühen interzonalen Freundschaftsspielen wurden bald nationale Vergleichskämpfe.
Aus ungewohnter Perspektive soll die Geschichte der deutschen Teilung lebendig werden. Nicht nur um die Ambitionen der großen Politik wird es gehen. Die Ausstellung will auch die kleinen und abseitigen, die persönlichen Geschichten aus der Welt des Fußballs erzählen: Vom Einbruch des Politischen in das Leben jener „Sportgrenzgänger“, die vor dem Mauerbau täglich zwischen Ost- und West-Berlin pendelten. Vom „grenzenlosen“ Enthusiasmus der Fans, ihrem Zusammenhalt und Erfindungsreichtum. Vom Schicksal republikflüchtiger DDR-Fußballer und von zunehmender rechtsextremer Gewalt auch unter DDR-Fans in den siebziger und achtziger Jahren, die die allgegenwärtige Staatssicherheit auf den Plan rief. Ihren Schlusspunkt setzt die Ausstellung mit der Wiedervereinigung des deutsch-deutschen Fußballs 1990. |